Starke Lobby für Klimaschutz in Kölns Partnerstadt Rio
Beigeordnete zieht positive Bilanz nach Klimakonferenz und Weltgipfel
„Drei internationale und hochkarätige Konferenzen in Rio de Janeiro haben viele Anknüpfungspunkte und Anregungen zur Umsetzung des städtischen Klimaschutzprogramms ergeben.“ So lautet das positive Fazit der städtischen Beigeordneten für Soziales, Integration und Umwelt nach ihrer Rückkehr aus Kölns brasilianischer Partnerstadt.Henriette Reker hatte dort an der der Vorbereitungskonferenz „Rio Climate Challenge“ für die Rio+20-Konferenz der Vereinten Nationen, dem Städtischen Weltgipfel des Weltverbandes der Kommunen (UCLG) sowie dem C40-Gipfel der Megastädte gegen den Klimawandel teilgenommen. Dabei vertrat sie Oberbürgermeister Jürgen Roters. Zu den beiden letztgenannten Konferenzen war der Kölner OB von seinem brasilianischen Amtskollegen Paes anlässlich der Vertragsunterzeichnung der Städtepartnerschaft in Rio im vergangenen September eingeladen worden. Außerdem hatte ein Parlamentarier aus Rio die Stadt Köln aufgefordert, sich an der Vorbereitungskonferenz für den zweiten Erdgipfel in Rio zu beteiligen.
„Klimaschutz wird in großen Städten wie New York und Rio de Janeiro als strategisches Programm für die Transformation der gesamten Stadt genutzt. Das schließt Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, soziale Strukturen, Umwelt und Kultur mit ein“, fasst die städtische Umweltdezernentin das wichtigste Hauptergebnis der Konferenzen aus ihrer Sicht
zusammen.
Rio-Climate Challenge
An der fünftägigen Konferenz nahmen bis zu 400 internationale Vertreter der lokalen und regionalen Behörden, von Nichtregierungsorganisationen sowie renommierte Wissenschaftlern teil. Unter anderem waren die Generalsekretärin des Weltklimasekretariats, die brasilianische Umweltministerin sowie Ministerpräsidenten verschiedener brasilianischer Bundesstaaten vor Ort. Die Städte Köln und Rio waren die einzigen Vertreter auf kommunaler Ebene. Hier stellten die Beigeordnete Reker und der stellvertretende Bürgermeister von Rio de Janeiro, Muniz, die Klimaschutzstrategien ihrer Städte vor. Die Umweltdezernentin sprach außerdem über die strategische Partnerschaft mit der RheinEnergie im Rahmen von „SmartCity Cologne“.
Die Beigeordnete gehörte in der Konferenz außerdem einer 40-köpfigen Gruppe aus mehr als zwanzig Ländern an, die Empfehlungen für den Rio+20-Gipfel erarbeitete.
Städtischer Weltgipfel des Weltverbandes der Kommunen
In Anlehnung an die Rio-Konferenz war Nachhaltigkeit auch Thema beim Weltgipfel des Weltverbandes der Kommunen in Rio de Janeiro. Auf dem Kongress wurde über nachhaltige Stadtentwicklung, „Green Growth“, städtische Infrastruktur und die politische Rolle der Kommunen diskutiert. Die Beigeordnete Reker erläuterte hier städtische Erfahrungen, anhand von Konzepten einer Spaltung der Stadtgesellschaft entgegenzuwirken.
Auf dem Kongress traf sie unter anderem mit Rios OB Paes, dem Istanbuler OB Topbas und Oberbürgermeistern aus weiteren Städten sowie Vertretern der Gruppe „Cities“ der OECD zusammen.
Konferenz der C40 – Megastädte für den Klimawandel
Diese Konferenz in Rio wurde unter anderem vom Präsidenten des Netzwerks, New Yorks Oberbürgermeister Bloomberg, und Rios Oberbürgermeister Paes eröffnet. Die städtische Umweltdezernentin hatte hier Gelegenheit, sich mit lokalen Politikern aus anderen Ländern auszutauschen. Mitglied bei C40 sind auch die Kölner Partnerstädte Rio
de Janeiro, Peking, Barcelona, Istanbul und Rotterdam an.
C40 ist eine Initiative, die der frühere US-Präsident Bill Clinton ins Leben gerufen hat. Ihr gehören 59 Megastädte an. Diese 59 Städte haben einen pragmatischen Ansatz beim Klimaschutz und werden bis 2020 (seit 2010) 250 Millionen Tonnen CO² einsparen. Bis 2030 soll das Sparvolumen eine weitere Gigatonne CO² sein, das entspricht den gesamten Kohlendioxid-Emissionen von Kanada und Mexiko zusammen. Während der drei Konferenzen gab es intensiven Kontakt mit der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro. Mehrfach traf die städtische Beigeordnete Rios Oberbürgermeister Paes.
In diesem Rahmen zeigte Rios Stadtverwaltung auch Interesse am Austausch mit Köln zum Wassermanagement. Hier soll der Kontakt zu den Stadtentwässerungsbetrieben hergestellt werden. Reker schlug Rios Bürgermeister Muniz vor, eine Klimapartnerschaft zu gründen und in Köln an einer Klimaschutz-Konferenz des Netzwerkes „Eine-Welt-Stadt Köln“ am 23. November 2012 teilzunehmen.
Als für städtische Projekte ebenfalls wertvollen Kontakt bezeichnete Umweltdezernentin Reker daneben die Begegnungen mit Ivo de Boer, der über viele Jahre die Weltklimaverhandlungen moderiert hatte, mit Josep Roig, Geschäftsführer des Weltverbandes der Kommunen, mit Joan Clos, Direktor von UN-Habitat, Professor Gernot Klepper vom Weltwirtschaftsinstitut in Kiel sowie mit Vertretern des European Centre for Development in Utrecht, von ClimateInteractive in London und der Universität Lissabon. Der Kölner Delegation nach Rio gehörten neben der Beigeordneten auch Dr. Barbara Möhlendick vom städtischen Büro für Internationale Angelegenheiten sowie Tadeu Caldas, Gründer des Köln-Rio Städtepartnerschaftsvereins, an.
Pressekontakt: Stadtverwaltung Köln (presseamt[at]stadt-koeln.de)
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